Mit Detox gesünder ins neue Jahr?
Die Festtage liegen hinter uns. Bei denen, die jetzt besonders gesund ins neue Jahr starten möchten, sehen wir schon den Hilfeschrei nach «Detox»-Ratschlägen im Gesicht stehen. Tadaa – da sind wir!
Allerdings möchten wir diese Gelegenheit gar nicht nutzen, um dir wie viele andere die nächste Detox-Kur nahezulegen. Ganz im Gegenteil: Wir möchten dir erklären, warum Entgiftung keine Akuttherapie für eine durch einen ungesunden Lebensstil geprägte Phase ist.
Entgiftung ist vielmehr ein lebensnotwendiger Prozess, der permanent das ganze Jahr über in deinem Körper ablaufen muss, um dich gesund zu erhalten. Was das bedeutet und wie du dafür sorgen kannst, dass alles reibungslos funktioniert, erfährst du jetzt.
Welches «Gift» muss entgiftet werden?
Es lässt sich gar nicht vermeiden. Über die Ernährung nehmen wir in gewisser Dosis auch regelmässig Giftstoffe auf. Hast du schon mal von den sogenannten Persistent Organic Pollutants gehört? Zu diesen schwer abbaubaren Umweltgiften gehört zum Beispiel das bis in die 1970er Jahre häufig verwendete Schädlingsbekämpfungsmittel DDT. Aber auch Dioxin oder Polychlorierte Biphenyle, die sich in Zuchtlachs bei Kontrollen teilweise über den erlaubten Grenzwerten finden lassen, gehören dazu (1).
Das Problem daran: Ist man diesen giftigen Substanzen in hoher Konzentration oder über lange Zeit hinweg ausgesetzt, können sie sich im Fettgewebe, den Knochen oder auch anderen Geweben des Körpers ansammeln. Aus diesem Grund können insbesondere fettreiche Fische wie Lachs, Hering oder Aal belastet sein. Gleiches gilt auch für Schwermetalle wie Blei oder Quecksilber.
Selbst wenn wir den Umweltgiften irgendwie entkommen könnten, wären wir ohne Entgiftung aufgeschmissen. Denn auch in ganz normalen Stoffwechselprozessen entstehen – zum Teil giftige – körpereigene Abbauprodukte:
- Im Eiweissstoffwechsel zum Beispiel müssen täglich Aminosäuren abgebaut werden. Als Nebenprodukt entsteht dabei giftiges Ammoniak.
- Ein weiteres Beispiel sind die Steroidhormone: Östrogene müssen regelmässig in der Leber abgebaut werden, da sonst das feine hormonelle Gleichgewicht aus der Balance gerät. Auch das ist Entgiftung.
Die gute Nachricht aber ist: Unser Körper hat zahlreiche Möglichkeiten, damit zurechtzukommen. Anders könnten wir auch überhaupt nicht überleben!
Die fünf Helden der Entgiftung
Die Zellen der Leber sind zum Beispiel in der Lage, das Ammoniak aus dem Eiweissstoffwechsel in den viel harmloseren Harnstoff umzubauen, der dann über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden werden kann. Auch Darm, Haut und Lunge sind als Ausscheidungsorgane massgeblich daran beteiligt, Schadstoffe zu eliminieren.
Unter den Entgiftungsorganen ist die Leber eine wahre Superheldin. Sie hat die Fähigkeit, Giftstoffe in ungiftige Stoffe zu verwandeln. Natürlich ist das kein Hokuspokus, der von jetzt auf gleich passiert.
Im Rahmen der Biotransformation werden schädliche Stoffe mit Hilfe zahlreicher Enzyme und Cofaktoren Stück für Stück umgebaut und unschädlich gemacht. Viele der schädlichen Stoffe sind zudem nur schwer in Wasser löslich. Sie müssen von Enzymen so modifiziert werden, dass sie über Flüssigkeiten wie den Harn abtransportiert werden können.
Damit bei diesen Prozessen alles reibungslos funktioniert, muss der Körper die richtigen Bausteine zur Verfügung haben – und genau da kannst du ansetzen!
Auch Superhelden lösen Probleme nicht alleine
Zeolith, Bentonit oder Aktivkohle sind bekannte Mittelchen für eine «Detox»-Kur. Aber was bringen diese für die Entgiftung wirklich?
Nun ja – wenn sich Schwermetalle oder andere Umweltgifte in der Nahrung befinden, die man damit zusammen gerade zu sich nimmt, können sie die Entgiftung tatsächlich fördern. Das Vulkangestein Zeolith konnte in einer Studie die Aufnahme von Blei im Darm um satte 90 % reduzieren (2).
An bereits im Körper gespeicherten Giftstoffen können solche Pulver aber nichts ändern. Mangelnde Daten machen es zudem unmöglich, das volle Wirkspektrum dieser Substanzen abzuschätzen.
Wie wäre es stattdessen, ein Pulver zuzuführen, das dir sämtliche Nährstoffe bereitstellt, die helfen, unsere Superhelden der Entgiftung bei ihrer Arbeit zu unterstützen? Das könnte zum Beispiel unser eduone® sein, das eine ganze Palette an für die Entgiftung förderlichen Stoffe bereitstellt:
- Einige Vertreter der B-Vitamine übernehmen bei der Entgiftung eine wichtige Rolle als Cofaktoren für Entgiftungsenzyme. Sie sind ausserdem wichtig für eine gute Methylierung, was vor Arsen schützt.
- Sekundäre Pflanzenstoffe wie Citrusbioflavonoide, aus Grüntee-Extrakt oder aus der Chlorella-Alge (in Massen, nicht in Massen wohlgemerkt) aktivieren den Regulator Nrf2, der die Entgiftung in der Leber und anderen Zellen anregt (3,4,5).
- Antioxidantien wie Vitamin E oder Selen können reaktive Zwischenprodukte entschärfen, die im Zuge der Biotransformation in der Leber entstehen (4,5).
- Zink lässt Proteine in der Leber (Metallothioneine) ansteigen, die Schwermetalle binden können (6).
- Ballaststoffe fördern nicht nur die Darmgesundheit – die Signalstoffe des Mikrobioms erreichen auch deine Entgiftungsorgane! Sie verringern ausserdem die Aktivität von Enzymen, die zu entgiftende Stoffe aus dem Darm sonst immer wieder zurück in den Körperkreislauf bringen (7,8).
- Als ein Superstar der Entgiftung gilt zudem Taurin – die Aminosulfonsäure verfügt über eine spezielle Schwefelgruppe, die dem Körper hilft, Gifte loszuwerden und sich enzymatisch vor ihnen zu schützen (9).
- Und einige mehr.
Ein entgiftungsfördernder Lebensstil geht aber noch über die Ernährung hinaus: Regelmässiges Schwitzen ist angesagt! Denn auch über den Schweiss werden nachweislich Schwermetalle nach aussen transportiert (10). Wann warst du das letzte Mal in der Sauna? ;-) Sport tut es im Übrigen auch!
Dein Take-away aus diesem Newsletter sollte also sein:
Eine bunte und vielseitige Ernährung sowie das Sicherstellen einer guten Nährstoffversorgung ist für die Funktion der Entgiftungsorgane unerlässlich und dabei effektiver als jede überteuerte «Detox»-Kur!
Quellen
- Hites RA, Foran JA, Carpenter DO, Hamilton MC, Knuth BA, Schwager SJ. Global assessment of organic contaminants in farmed salmon. Science. 9. Januar 2004;303(5655):226–9.
- Samekova K, Firbas C, Irrgeher J, Opper C, Prohaska T, Retzmann A, u. a. Concomitant oral intake of purified clinoptilolite tuff (G-PUR) reduces enteral lead uptake in healthy humans. Sci Rep. 20. Juli 2021;11(1):14796.
- Byun HG, Lee JK. Chlorella ethanol extract induced phase II enzyme through NFE2L2 (nuclear factor [erythroid-derived] 2-like 2, NRF2) activation and protected ethanol-induced hepatoxicity. J Med Food. 2015 Feb;18(2):182–9. doi: 10.1089/jmf.2014.3159. Epub 2015 Jan 20.
- Leonardo CC, Doré S. Dietary flavonoids are neuroprotective through Nrf2-coordinated induction of endogenous cytoprotective proteins. Nutr Neurosci. 2011 Sep;14(5):226–36. doi: 10.1179/1476830511Y.0000000013.
- Sun W, Liu X, Zhang H, Song Y, Li T, Liu X, et al. Epigallocatechin gallate upregulates NRF2 to prevent diabetic nephropathy via disabling KEAP1. Free Radic Biol Med. 2017 Jul;108:840–57. doi: 10.1016/j.freeradbiomed.2017.04.365.
- Aydemir TB, Blanchard RK, Cousins RJ. Zinc supplementation of young men alters metallothionein, zinc transporter, and cytokine gene expression in leukocyte populations. Proc Natl Acad Sci U S A. 7. Februar 2006;103(6):1699–704.
- Kieffer DA, Martin RJ, Adams SH. Impact of Dietary Fibers on Nutrient Management and Detoxification Organs: Gut, Liver, and Kidneys. Advances in Nutrition. 10. November 2016;7(6):1111.
- Reddy BS, Engle A, Simi B, Goldman M. Effect of dietary fiber on colonic bacterial enzymes and bile acids in relation to colon cancer. Gastroenterology. Mai 1992;102(5):1475–82.
- Naraki K, Keshavarzi M, Razavi BM, Hosseinzadeh H. The protective effects of taurine, a non-essential amino acid, against metals toxicities: a review article. Biol Trace Elem Res. 2024 May 13. doi: 10.1007/s12011-024-04191-8. Online ahead of print.
- Kuan WH, Chen YL, Liu CL. Excretion of Ni, Pb, Cu, As, and Hg in Sweat under Two Sweating Conditions. Int J Environ Res Public Health. 4. April 2022;19(7):4323.