
Vitamin D
Vitamin D: Die Studie des Jahres
Französische Forscher zeigen, dass Vitamin-D-Mangel die Mitochondrienfunktion und Muskelmasse reduziert – und dass eine Supplementierung diese Effekte reversieren kann.

Vitamin D
Französische Forscher zeigen, dass Vitamin-D-Mangel die Mitochondrienfunktion und Muskelmasse reduziert – und dass eine Supplementierung diese Effekte reversieren kann.
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Vitamin D ist so unfassbar einfach. Vom Prinzip her. Von Oktober bis März kann unsere Haut kein Vitamin D bilden [Quelle nicht mehr verfügbar]. Auch in der Schweiz ist während dieser Zeit ein grosser Teil der Bevölkerung unterversorgt mit Vitamin D. Die logische Konsequenz sollte doch sein, dass man es in der Zeit einfach nimmt, um wenigstens keinen Mangel zu haben. Oder? In der Realität machen genug Menschen auch aus diesen einfachen Zusammenhängen noch ein Problem.
Dabei zeigt Studie um Studie doch eindrucksvoll, wie wichtig dieser Stoff für uns ist. Wie kann man denn, als verantwortungsbewusster Mensch, ein halbes Jahr lang quasi mit einem Mangel durch die Gegend laufen und davon überzeugt sein, dass das irgendwie gut ist? Hochgerechnet ist das ja nur unser halbes Leben. So in etwa...
Und so kommt gerade die nächste sensationelle Vitamin-D-Studie [Quelle nicht mehr verfügbar] um die Ecke, vielleicht schon jetzt die Studie des Jahres, mit der Botschaft: Einleuchtender wird's nicht mehr. Französische Wissenschaftler aus Clermont-Ferrand (erinnert an den Französisch-Unterricht früher; «Arthur est un perroquet» ;-) zeigen in beeindruckender Art und Weise, dass Vitamin D ganz essentiell die Funktion unserer Mitochondrien reguliert. Mitochondrien stehen für Lebensenergie, Antrieb, Gesundheit, Langlebigkeit, aber vor allem auch Muskelfunktion.
Was haben die gemacht? Da muss man sich mal festhalten:
Die Arbeit stellt eine Verknüpfung zwischen Vitamin-D-Mangel-induziertem Muskelschwund (Sarkopenie) und der verringerten Energie der Muskelzellen durch Vitamin-D-Mangel her. Denn klar ist: Wenn Vitamin-D-Mangel die Energiewerte der Muskelzellen senkt, wird der Muskel schrumpfen. Einfache Zusammenhänge. Da Vitamin-D-Mangel bei alten Menschen [Quelle nicht mehr verfügbar] seit Jahren mit Sarkopenie assoziiert ist, liegt der Schluss nahe, dass dies durch den Vitamin-D-Mangel-bedingten Abfall der Energiekonzentration in Muskelzellen begünstigt wird.
Und in der Tat:
Vitamin-D-Mangel und mitochondriale Muskelfunktionsstörungen sind beim Menschen mit Sarkopenie assoziiert.
So die Autoren. Drum ergänzten sie ihre Studie um zwei weitere Bausteine. Sie untersuchten zum einen die Griffstärke und die Muskelmasse von alten Tieren mit Vitamin-D-Mangel und fanden heraus, dass beide Parameter verringert waren im Vergleich zu Tieren ohne Mangel. Und zu guter Letzt verabreichten die Forscher älteren Menschen dreimal pro Woche 10'000 IE Vitamin D, was nach einem halben Jahr mit einer «sehr signifikant erhöhten» appendikulären Muskelmasse und Handgriffstärke in der Vitamin-D-Gruppe verbunden war. Genau genommen unterschieden sich beide Parameter um den Faktor 10.
Diese Studie stützt auch die Hypothese, dass eine Vitamin-D-Supplementierung wahrscheinlich nicht nur Sarkopenie, sondern auch sarkopenische Fettleibigkeit bei Vitamin-D-defizienten Personen verhindern kann.
Wie viele Beweise braucht's eigentlich noch? Beeindruckender und klarer wird es nicht.
Umgekehrt erinnert diese moderne Forschung doch sehr an frühe Erkenntnisse, die bis in die Nazi-Zeit zurückreichen, wo deutsche Forscher schon 1940 in der Zeitschrift für Klinische Medizin die leistungssteigernden Effekte von «Sonnenlampen» beschreiben und anmerken, dass dies «einen unlauteren Vorteil darstellen könnte», sozusagen «Doping» sei. In den 50er-Jahren bestätigten Hettinger und Kollegen in der Internationalen Zeitschrift für angewandte Physiologie, dass die «Trainierbarkeit», also die Fortschritte, die Sportler machen, im Spätsommer im Vergleich zum Jahresdurchschnitt mehr als doppelt so ausgeprägt sind. [Quelle nicht mehr verfügbar]
Spätsommer also, genau der Zeitraum, in dem auch die Vitamin-D-Werte am höchsten sind. Zufall? Eher nicht. Denn immer klarer wird, wie wichtig Vitamin D für die Muskelfunktion ist, und wie abhängig die mitochondriale Energiegewinnung von ausreichenden Vitamin-D-Spiegeln ist. Darüber hinaus reguliert Vitamin D auf diese Weise den Energie- bzw. Fettstoffwechsel.
Freilich darf jeder selbst entscheiden, ob er sein halbes Leben lang mit eingeschränkter Muskelfunktion und Energiearmut durch die Gegend laufen will. Vitamin D: Einfacher wird's nicht.