
Longevity
Das Leben kann einfach sein
Enzymblokkade durch Schwermetalle und wie Koffein deine Immunantwort gegen Tumore stärkt – zwei Erkenntnisse mit enormem Einfluss auf deine Gesundheit.

Longevity
Enzymblokkade durch Schwermetalle und wie Koffein deine Immunantwort gegen Tumore stärkt – zwei Erkenntnisse mit enormem Einfluss auf deine Gesundheit.
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Manchmal ist das Leben einfacher als man denkt.
Nehmen wir als Beispiel mal Schwermetalle. Wenn du belastet bist, kannst du dir den A... Allerwertesten aufreissen, wie du möchtest. Wird nix bringen. Lässt sich einfach verstehen: Alles im Körper funktioniert auf Grundlage von Enzymen und Proteinen. Wenn man die blockiert – zum Beispiel irreversibel via Schwermetalle –, dann kannst du als Organismus nicht mehr funktionieren.
Oh! Also, bitte philosophiere einfach mal einen Nachmittag darüber. Wenn deine Enzyme nicht funktionieren, kannst du als Organismus nicht funktionieren. Dann klappt nämlich gar nix in dir. Selbst Mechanismen, die dich schützen sollen, können ja dann nicht mehr greifen, weil der Körper das gar nicht mehr verstehen kann.
Daher gibt es etliche Artikel zum Thema Schwermetalle bei uns im Blog. Abhilfe schafft meist: Schwermetallquelle ausfindig machen (meistens Fisch und Schokolade, aber auch Hülsenfrüchte aus dem Ausland ;)), konsequent weglassen und N-Acetyl-Cystein supplementieren. Letzteres wird zu Glutathion im Körper und das bindet Schwermetalle. Wirkt in Studien verblüffend stark. Cystein ist dein Schutzschild, kommt übrigens besonders reichlich im Eiprotein vor.
Ein anderes Beispiel ist Krebs. Ich (Chris) lese täglich Studien. Um die Goldtaler ausfindig zu machen und das Praxisrelevante für uns zu extrahieren. Soeben taucht eine Studie auf, die ein Krebsmedikament untersucht. Erst mal total uninteressant, doch die Autoren schreiben was Spannendes:
Adenosin ist durch die Aktivierung von A2A- und A2B-Rezeptoren auf Immunzellen einer der stärksten immunsuppressiven Mediatoren. Es wurde nachgewiesen, dass der Hypoxie-A2A-adenosinerge Signalweg die Rekrutierung und Aktivität von Antitumor-T-Zellen in der Mikroumgebung des Tumors behindert.
Jetzt wird es spannend, weil wir hier einiges kennen. Adenosin zum Beispiel. Uns allen bekannt, weil hohe Aktivität von beispielsweise Nervenzellen dieses Adenosin vermehrt entstehen lässt. Das wiederum aktiviert die oben genannten Adenosinrezeptoren (z. B. A2A-Rezeptor) ... und das macht müde! Drum trinken wir Koffein und Kaffee. Beides so genannte Adenosinrezeptor-Antagonisten. Sie blockieren also die Wirkung von Adenosin.
Ja, du hast richtig verstanden: Adenosin macht nicht nur Nervenzellen müde, sondern auch «Antitumor-T-Zellen» in der Tumorumgebung. Das «weiss» der Tumor, deshalb bildet er vermehrt Enzyme, die dieses Adenosin entstehen lassen. Der Ansatz dieser Wissenschaftler: Ein Medikament finden – in diesem Fall Ceritinib – das die Bildung von Adenosin hemmt.
Bei Loriot würde es heissen, «Ich weiss nicht, Herr Doktor, ich weiss nicht». Wir haben in unserer Nahrung wirklich einige natürliche Adenosinrezeptor-Antagonisten. Das banalste Beispiel hierfür wäre ja Koffein. Trinkt jeder Jugendliche heutzutage im Energydrink mit Taurin. Offenbar beste Krebsvorsorge, denn: All das lässt sich ja beweisen. Drum gibt es mittlerweile eine Vielzahl an seriösen Arbeiten, die ja genau das zeigen:
Koffein hat definitiv eine Antikrebs-Wirkung.
Hat man beispielsweise 2015 eindrücklich bewiesen. Ganz einfaches Experiment. Da hat man armen Mäusen ein bekanntes Karzinogen gespritzt. Während nahezu die Hälfte der Tiere an Krebs erkrankte, waren über 80 % jener Tiere, die Koffein im Wasser trinken durften, frei von Tumoren. Und während bei Mäusen, denen man hoch aggressive Melanomzellen (schwarzer Hautkrebs) spritzte, fröhlich ein Tumor vor sich hinwuchs, bekamen die Koffein-Mäuse einfach mal gar keinen Tumor.
Die Autoren schreiben schon damals:
Auf der Grundlage von drei separaten experimentellen Beobachtungen wird vermutet, dass die primäre Wirkung von Koffein, die für die deutliche Verringerung der Krebsrate in diesem Modell verantwortlich ist, in der Verstärkung der Anti-Tumor-Immunität besteht.
Proof of Principle nennt sich das. Ähnliches hat man vor einigen Jahren auch an menschlichen Hirntumor-Zellen gezeigt. Und auch 2022 wieder. Und auch aus der Epidemiologie kennen wir diesen Zusammenhang mittlerweile. Darüber hatten wir vor einigen Jahren schon berichtet. Koffeinhaltige Getränke schützen massiv vor Hirntumoren.
Und es zeigt uns, einmal mehr, dass «Lebensstil» viel, viel stärker wirkt, als den meisten von uns wirklich klar ist. Ein gesunder Körper ist unfassbar stark und zäh. Man kann sich an der Stelle Gesellschaftskritik kaum verkneifen. Die gibt es aber im Blog, zum Thema «Longcovid».