
Vitamine
Dein Immunsystem wird es dir danken
Vitamin A ist essentiell für ein starkes Immunsystem, besonders im Winter. Erfahre, wie Mangel entsteht und warum die Antikörperbildung direkt von Vitamin A abhängt.

Vitamine
Vitamin A ist essentiell für ein starkes Immunsystem, besonders im Winter. Erfahre, wie Mangel entsteht und warum die Antikörperbildung direkt von Vitamin A abhängt.
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Gutes Immunsystem, schlechtes Immunsystem. Gibt's das überhaupt? Die gängige Experten-Meinung in der Twitter-Blase ist: Nö, sorry – Immunsystem lässt sich weder trainieren, noch stärken. Ciao. Also: Wenn Menschen urplötzlich keine Antikörper gegen Corona bilden – wohlgemerkt: sowas gibt's nicht nur nach Infektion, sondern auch nach Impfung –, ist es halt so. Pech gehabt.
Doch stimmt das überhaupt? Darf man Biologie so reduktionistisch betrachten?
Manchmal kommt man zum Schluss, dass ein moderner Mensch ja so denken muss. Wir modernen Menschen zeigen ja überhaupt keine Adaptationen mehr – sondern – wenn überhaupt – Maladaptationen.
Wir bzw. der Körper kommen so schlecht mit der heutigen Umwelt klar, dass wir ja nur noch krank und nicht mehr gesünder, besser, trainierter werden. Freilich weiss eine bestimmte Menge an Menschen, dass der Körper sehr wohl stark auf Ernährung, Nahrungsergänzung, Sport und vieles mehr reagieren kann. Doch wie viele Menschen in D, die eher wie ein Tier in Massentierhaltung leben (kein Witz, schau doch mal in die Städte!), weissen so was? Die verkriechen sich lieber in ihrer Twitter-Blase und glauben den Technokraten, die Angst vor Viren haben. Genug der Schelte.
Im Winter für uns besonders wichtig: Vitamin A. Die Kälte lässt den Körper Vitamin A mobilisieren. Denn das Fettgewebe braucht Vitamin A, damit es sich im Winter umprogrammieren kann. Es wird zur Heizung des Körpers. Dieses Fett heisst dann «beiges» Fett, weil die vermehrt gebildeteten Mitochondrien dem vorher weissen Fettgewebe unterm Mikroskop eine bräunliche Farbe verleihen. Heisst: Im Winter ist der Vitamin-A-Verschleiss höher. Hinzu kommt auf der anderen Seite, dass es viele Settings gibt, in denen der Körper Vitamin A gerade nicht mehr gut mobilisieren kann.
Das gilt beispielsweise für Entzündungen. Bei Entzündungen kann der Körper Vitamin A nicht mehr gut mobilisieren. Seit einigen Jahren weiss man auch, dass Fettleibigkeit zu einem Vitamin-A-Mangel führt: «Wir fanden heraus, dass normalgewichtige Mäuse bei dieser herkömmlichen Maus-Ernährung gesund sind, aber fettleibige Mäuse weisen einen schweren Vitamin-A-Mangel in ihren Lebern, Nieren und Bauchspeicheldrüsen auf», sagte die Hauptautorin Dr. Lorraine Gudas, Vorsitzende der Abteilung für Pharmakologie und Revlon Pharmaceutical Professor für Pharmakologie und Toxikologie an der Weill Cornell Medicine.
Und das sind nur zwei Möglichkeiten, die zu einer Vitamin-A-Verarmung des Körpers führen. Viele von uns tragen zudem Gen-Varianten, die die Umwandlung von pflanzlichen Vitamin-A-Vorstufen zum richtigen Vitamin A (Retinol) senken (mehr dazu). Moderne Ernährungsformen verlieren aber zunehmend echte Vitamin-A-Quellen – das nur in tierischen Produkten vorkommt, nämlich beispielsweise in Leber und Leberprodukten. Drum gab's früher immer Leberwurst oder Lebertran. Heute glauben Menschen, sie könnten ihren Vitamin-A-Bedarf mit Rüebli decken.
Das kann leider schwere Folgen für die Gesundheit haben, insbesondere in Winter-, also Infektions-, heisst in Coronazeiten. Wurde ja leider auch schon bewiesen. Es gibt in jedem Alter Fälle, wo es trotz Impfung zu schweren Durchbruchsinfektionen kommt. Zeitgleich wurde gezeigt, dass viele Menschen nach Infektion oder Impfung – wohlgemerkt nicht nur mit Blick auf Corona – eine zu schwache Immunreaktion zeigen, wo beispielsweise nicht genug Antikörper gebildet werden. Was das mit Vitamin A zu tun hat? Nun: Seit vielen, vielen Jahrzehnten weiss man, dass beispielsweise die Antikörper-Bildung direkt an die Verfügbarkeit von Vitamin A gekoppelt ist. Nicht gewusst?
Die Wissenschaft rund um das Tier weiss das natürlich – seit spätestens den 70er-Jahren: Hühner, die eine hohe Dosis Vitamin A bekommen, zeigen eine zwei- bis fünffach höhere Antikörper-Menge im Serum als Tiere, die einen Mangel aufweisen. Mehr noch: Alleine die Zugabe von Vitamin A zu Milz-Zellen im Mangel-Medium steigert die Antikörpermenge, die die Milz abgibt, um das 15-fache. Während den Autoren damals nicht klar war, warum dies der Fall ist – also warum Vitamin A die Antikörper-Bildung so stark stimuliert –, weisen aktuellere Forschungen in neue Richtungen: Vitamin A wird gebraucht, um den frischen Pool an Blutstammzellen aufrechtzuerhalten. Diese sind auch Vorläufer von T- und B-Zellen, wobei letztere für die Antikörper-Bildung zuständig sind.