
Nährstoffe
Der Q10-Boost der Immunszellen
Studien zeigen, dass T-Zellen stark auf Ernährung reagieren. Q10-Mangel schwächt die Immunabwehr, während Supplementation sie massiv unterstützen kann.

Nährstoffe
Studien zeigen, dass T-Zellen stark auf Ernährung reagieren. Q10-Mangel schwächt die Immunabwehr, während Supplementation sie massiv unterstützen kann.
Line items
Noch vor kurzem, als die Coronamassnahmen zunehmend abgesetzt wurden, flammte etwas anderes auf: Infektionen aller Art.
In diesem Kontext wurde einmal mehr intensiv diskutiert, was das eigene Immunsystem damit zu tun hat – und es wurden viele Berichte veröffentlicht, in denen Grundtenor war, dass wir für unser Immunsystem ohnehin nicht viel zusätzlich tun können.
Schon in den Jahren davor, also während der Pandemie an sich, wurden solche Diskussionen sehr rege geführt.
Aus diesen Ausführungen liesse sich folgern:
… kurzum also, wer das perfekte Leben aus unserer idealisierten Traumvorstellung lebt, hat ein normales Immunsystem. Der Rest leider nicht.
In den hiesigen Debatten wird immer wieder suggeriert, dass die meisten Menschen diesem Idealtypus entsprechen, obwohl das Gegenteil der Fall ist.
Umgekehrt könnten wir daraus folgern, dass einfache Lebensstilinterventionen einen deutlichen Zugewinn an Immunität bringen können.
Trotzdem war immer wieder zu lesen:
Zusätzliche Nährstoffe bringen nichts.
Nur bei einem Mangel gebe es einen Nutzen. Dass die Bevölkerung breitflächig unterversorgt ist, müsse freilich erst belegt werden. Auch über die Ernährung könne man wenig optimieren, «boosten» schon gar nicht.
Aktuell springt uns eine Arbeit, die im vielleicht besten Fachmagazin der Welt – Nature – erschienen ist, ins Auge, die hier mehr Klarheit schafft.
Dort haben Forscher spezielle T-Zellen, die unter anderem für die Virus- und Krebsabwehr entscheidend sind, untersucht: die T-Gedächtniszellen.
Das persönliche Fazit beschreibt der Hauptautor der Arbeit so: «Was mich am meisten überrascht hat, ist, wie empfindlich diese Zellen auf die Ernährung reagieren.»
Die Forscher fanden heraus, dass die T-Gedächtniszellen, die sich in Geweben anreichern – z. B. im Darm –, um dort langfristig ansässig zu sein, ihre Cholesterinproduktion und die Q10-Synthese (entsteht aus Cholesterinvorstufen) hochfahren.
Eine schlechte Ernährung schaltete diesen Signalweg zunehmend ab – genauso wie die Gabe von Statinen (Cholesterinsenker), sodass sich die Zahl dieser hochfunktionalen T-Zellen in den Geweben verringerte.
Umgekehrt zeigte sich, dass ein künstliches Hochregulieren der Q10-Synthese diese Immunzellen deutlich energetisierte und sich mehr T-Zellen anreicherten.
Die Autoren verglichen die erhöhte Q10-Verfügbarkeit in diesen Zellen mit einem Aufladen von Batterien, die, wenn man sie voll «auflädt», «Tumore besser bekämpfen können».
Zur Erinnerung: Q10 ist essenziell für die Energiegewinnung in den Mitochondrien. Wir können es über die Nahrung zuführen oder sogar ergänzen. Im Alter sind die Q10-Spiegel oft halbiert.
Wieder legt eine Arbeit also nahe, dass unsere Immunität massgeblich von unserer Ernährung bzw. unserem Lebensstil abhängt.
Hier zeigt sich erneut, dass eine schlechte Ernährung bzw. eine Statingabe* die Funktion wichtiger T-Zellen hemmen, während eine gute Ernährung oder ggf. Nahrungsergänzung (mit Q10) sie möglicherweise fördern kann.
*Wichtig: Die Autoren betonen an dieser Stelle, dass Statine für viele Menschen mit hohem Risikoprofil trotzdem wichtig seien, da sie vor Herzinfarkten und Co. schützen.
Auch wird wieder einmal klar, warum fitte Mitochondrien so entscheidend sind. Denn auch Immunzellen sind auf einen guten Energiestoffwechsel angewiesen, der durch Q10 hier angetrieben wird.
All das haben wir zu weiten Teilen selbst in der Hand. Sollte man sich stets vor Augen führen.