Die neue Vitamin-D-Studie zu Covid (CORONAVIT)
Wie verrückt die Datenlandschaft zu «Vitamin D bei Covid» ist, sieht man beispielsweise an den Überschriften in meinem Lieblingsmagazin, ScienceDaily. Da haue ich mir täglich die Studien und neuste Erkenntnisse rein. Super bildend. Es sei denn, man will was zu Vitamin D lesen. Hier mal eine Auswahl an Überschriften (übersetzt):
- Ein Mangel an Vitamin D vor der Infektion steht in Verbindung mit einer erhöhten Krankheitsschwere und Sterblichkeit bei hospitalisierten COVID-19-Patienten
- Studie untermauert These, dass Vitamine COVID-19 nicht behandeln können
- Mehr als 80 Prozent der COVID-19-Patienten haben einen Vitamin-D-Mangel, so eine Studie
- Hohe Vitamin-D-Spiegel können vor COVID-19 schützen, insbesondere bei Schwarzen, so eine Studie
- Studie legt nahe, dass Vitamin D nicht vor COVID-19-Anfälligkeit oder Schwere der Erkrankung schützt
- Vitamin-D-Mangel kann das Risiko für COVID-19 erhöhen, so eine Studie
- Vitamin-D-Spiegel scheint eine Rolle bei der COVID-19-Sterblichkeitsrate zu spielen
Man findet (nicht nur dort) sehr viele Arbeiten, die Vitamin D eine Rolle bei Covid zuschreiben.
Wohlgemerkt: Damals noch Delta-Covid. Man sollte sich immer wieder vor Augen halten, dass Omicron-Covid nicht mehr viel mit der ursprünglichen Erkrankung zu tun hat – das ist ein anderes klinisches Bild.
Jedenfalls finden sich natürlich auch Studien, die zu zeigen scheinen, dass Vitamin D keine Rolle spielt bei Covid. Das sind dann meistens jene, auf die sich unsere Medien stürzen, weil … na weil man alles kaputtreden muss, was einfach helfen könnte. Sollte der Journalist dann doch mal Covid bekommen, kann man ja immer noch einen Artikel über Longcovid schreiben. ;-) Okay, das war gemein.
Nein, Vitamin D ist kein Heilsbringer. Es ist nur eben so, dass Menschen bei uns in der Schweiz zwischen Herbst und Frühjahr erschreckend niedrige Vitamin-D-Werte bekommen. Und Vitamin D spielt bekanntermaßen eine tragende Rolle im Immunsystem. Plus: Vitamin D als Secosteroid mit grosser Ähnlichkeit zu anderen Steroidhormonen in etwas höheren Dosen immunosuppressiv. Daher hilft es meiner Meinung nach sehr sicher bei schweren Verläufen, bei Zytokinsturm und so.
Lange Rede, kurzer Sinn. Wie dem einen oder anderen vielleicht aufgefallen ist, werden wir wieder sehr viel aktiver in unserem Blog sein. Den gibt es seit 2014. Nachdem sich die Aktivität zuletzt in den Newsletter und zu Instagram verlagert hat, soll jetzt wieder der Blog in den Fokus rücken. Drum wird es dort – so oft es geht – die wertvollsten Inputs geben. Den Blog haben wir von edubily entkoppelt, einfach, um wieder mehr Möglichkeiten zu haben und freier schreiben zu können. Im edubily-Ratgeber/Blog soll es dann eher längere Abhandlungen zu gewissen Themen geben (wie aktuell Omega-3-Index). Am besten du speicherst genetisches-maximum.de einfach ab und schaust regelmäßig vorbei.
Aktuell findet man dort einen Beitrag zur neuen Coronavit-Studie. Die ist zwar noch im Preprint, heisst, noch nicht in einem wissenschaftlichen Fachmagazin veröffentlicht. Aber: Man kann sehr sicher davon ausgehen, dass diese Studie von sämtlichen Medien aufgegriffen wird, um wieder eine Kampagne gegen Vitamin D loszutreten – man muss die Leute ja dumm halten. Die Studie kommt zum Schluss, dass es egal ist, ob du Vitamin D (3200 IE) oder «kein Vitamin D» nimmst, du wirst genau so oft Infektionen bekommen, genauso wahrscheinlich ins Spital kommen oder sterben.
Wenn du jetzt ungläubig den Kopf schüttelst, solltest du schnell mal den Artikel lesen. Er wird klar machen, warum diese Studie eine «Schrottstudie» (wirklich!) ist und wieso sie leider gar nix zeigt. Die Inhalte einfach merken und ggf. weiter verbreiten, damit auch andere Menschen die Chance haben zu verstehen, wie Wissenschaft heutzutage gemacht wird und wieso sie oft nicht aussagekräftig ist. Hier geht's zum Artikel.