Diese Woche gab es einige interessante Studien. Nicht immer schaffen wir es, interessante Neuigkeiten auch als Science Montag (unser Instagram-Format) zu veröffentlichen. Das machen wir heute mal hier. Diese neuen Studienergebnisse solltest du kennen.
Leukämie dank Sojaproduktion
In einer aktuellen Studie von der University of Illinois College of Agricultural, Consumer and Environmental Sciences finden wir absolut bodenlose und besorgniserregende Zahlen.
Brasilien ist traditionell ein Land, das sehr viel Viehzucht betreibt. In den vergangenen Jahren gab es einen zunehmenden Wandel in Richtung Sojaanbau. Unter enormem Pestizideinsatz.
Die Forscher finden bei nahezu der Hälfte aller Leukämie-Fälle bei Kindern einen statistischen Zusammenhang mit genau diesem Strukturwandel in der Landwirtschaft.
Kurzum: Mehr Soja, mehr Pestizide, erheblich mehr Leukämie bei Kindern. Darüber sollte in Zukunft mehr gesprochen werden.
Mit Selen vor Umweltgiften schützen
Umweltgifte. Auch bei uns in der Schweiz ein häufiges Thema. Denn: man kann «alles richtig machen», wenn man chronisch vergiftet ist, funktioniert die körpereigene Biochemie schlicht nicht.
Um zu testen, was in Zellen von Mäusen bei chronischer Exposition passiert, verabreichten die Forscher ihren Tierchen einen «Schadstoffcocktail» (sic!), der in der Umwelt sehr häufig vorkommt: eine Kombination aus Metallen (Arsen, Cadmium, Quecksilber) und Arzneimitteln (Diclofenac, Flumequin).
Während die einzelnen Stoffe in der Zelle der Tiere oxidativen Stress (freie Radikale!) verursachten, sorgte die Kombination für eine drastische Überforderung der körpereigenen Antioxidantien, so stark, dass biochemische Reaktionen teilweise komplett zum Erliegen kamen. Es gibt jedoch Abhilfe: Selen. Selen ist Bestandteil einer grossen Fülle an körpereigenen Antioxidantien.
Und Selen konnte die starken Folgen des «Cocktails aus Umweltgiften» abfedern. Sollte man wissen. Wie hoch ist eigentlich dein Selenspiegel?
Long COVID
Wir sind der Meinung: Long COVID ist kein Märchen, sondern trifft auf Basis einer anhaltenden Viruspersistenz vergleichsweise viele Menschen.
In den vergangenen Jahren wurde wiederholt gewarnt, dass Long COVID auch nach leichten Infektionen auftreten kann. Doch so einfach wird's selten sein. Das zeigt jedenfalls eine aktuelle, grosse Arbeit vom renommierten Karolinska Institut – eine der führenden medizinischen Forschungseinrichtungen.
«Am stärksten betroffen waren Menschen, die eine schwere COVID-19-Infektion hatten, während die Forscher bei denjenigen, die nie bettlägerig gewesen waren, keine erhöhte Prävalenz von Long COVID feststellten.»
Kurzum: Je schwerer man erkrankte, umso höher ist das Risiko. Ergibt schon immer Sinn.
Macht rotes Fleisch Entzündung?
In manchen Ernährungskreisen würde das sofort und selbstverständlich mit «Ja» beantwortet werden. Doch so einfach ist es (leider, leider) nicht.
In einer aufwändigen Studie, die im American Journal of Clinical Nutrition publiziert wurde, untersuchten Wissenschaftler eine Vielzahl an Blut-Markern bei 4'000 Probanden.
Und fanden … nix. Denn einen klaren Zusammenhang zwischen dem Konsum vom roten Fleisch – egal ob prozessiert oder unprozessiert – gab es nur bei denjenigen, die übergewichtig waren.
Übergewicht macht also Entzündung. Nicht das rote Fleisch. Die Forscher folgern:
«Insbesondere Empfehlungen, den Verzehr von rotem Fleisch einzuschränken, beruhen häufig auf alten Studien, die nahelegen, dass sich rotes Fleisch negativ auf Entzündungen auswirkt» – neuere Studien haben dies jedoch nicht bestätigt.
Wichtige Randnotiz: Wir sprechen hier von normalen Portionen (z. B. 100 g pro Tag). Nicht von einem täglichen T-Bone-Steak.