Wir glauben: man sollte immer up to date bleiben. Drum sollte man – bei uns im Bereich Gesundheit und Leistungsfähigkeit – immer ein paar aktuelle Studienergebnisse kennen.
Denn meistens ist es so, dass die Speerspitze viele Dinge weiss, bevor sie überhaupt mal in den Mainstream sickern, wo dann auch noch immer auf niedrigstem und unfähigstem Niveau darüber diskutiert wird.
Beispiel Vitamin D. Jeder, der Studien lesen kann, weiss seit mindestens zehn Jahren, dass
- Vitamin-D-Mangel vor allem im Winter nahezu jeden betrifft,
- Vitamin D über 1000 Gene reguliert,
- darunter etliche, die das Immunsystem, die Muskel- und Gehirnfunktion steuern.
Liest man vor diesem Hintergrund zu Vitamin D in der Allgemeinpresse, ist man erstaunt. «Vitamin D könnte … vielleicht … eventuell … bei einigen wenigen … vor XY schützen … aber nur, wenn … im Falle … dass vielleicht …»
Was man dann zum Beispiel eher nicht liest, sind Studien [Quelle nicht mehr verfügbar] (DKFZ), Heidelberg, die zeigen:
«Bei einer Vitamin-D-Supplementierung aller Schweizerinnen und Schweizer über 50 Jahre könnten möglicherweise bis zu etwa 3'200 Krebstodesfälle pro Jahr vermieden und mehr als 33'000 Lebensjahre gewonnen werden – bei gleichzeitiger Kostenersparnis.»
Solche Studien sind ja kein Witz oder irgendwie ausgedacht. Nun zeigt eine neue Studie [Quelle nicht mehr verfügbar] – wohlgemerkt bei Tieren – dass Vitamin D wohl wichtige Prozesse im Gehirn reguliert, die mit Schmerzempfinden und Suchtverhalten zu tun haben.
Was viele nicht wissen: Jeder von uns hat im Gehirn einen natürlichen Schalldämpfer. Fällt der weg oder funktioniert er nicht richtig, tut das Leben im wörtlichen Sinne weh. Dauerstress, Kompensationsverhalten (z. B. Drogenkonsum) und Depressionen können die Folge sein.
Es zeigt sich, dass normale Vitamin-D-Werte nötig sind, damit der Schalldämpfer richtig funktioniert. Forscher haben das mit Hilfe eines Experiments verifiziert:
«Wir fanden heraus, dass die Modulation des Vitamin-D-Spiegels mehrere süchtig machende Verhaltensweisen sowohl gegenüber UV als auch gegenüber Opioiden verändert», sagt Kemény. Als die Mäuse mit niedrigen Dosen von Morphin konditioniert wurden, suchten die Mäuse mit Vitamin-D-Mangel weiterhin nach der Droge, ein Verhalten, das bei den normalen Mäusen weniger häufig auftrat. Als das Morphin entzogen wurde, entwickelten die Mäuse mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel viel eher Entzugserscheinungen.
Heisst: Ohne Vitamin D tut das Leben ein bisschen mehr weh. Drum braucht der eine oder andere im Winter – also bei schlechten D-Werten – mehr TV, mehr Schokolade, mehr Kaffee, mehr Essen, schläft schlechter (Stress raubt Tryptophan bzw. Serotonin und damit Melatonin), entwickelt eher Depressionen und zeigt eher ein allgemeines Suchtverhalten.
Das sind reale biochemische Zusammenhänge, die unfassbare Auswirkungen auf gesamtgesellschaftliche Phänomene und Prozesse haben könnten. Drum sollte man frühzeitig Bescheid wissen und nicht erst, wenn's ohnehin zu spät ist.