
Darm-Gesundheit
Supertreibstoff für den kranken Darm
Fermentierte Lebensmittel und kurzkettige Fettsäuren sind der Supertreibstoff für einen entzündeten Darm. Sie stärken die Darmbarriere und unterstützen eine gesunde Immunreaktion.

Darm-Gesundheit
Fermentierte Lebensmittel und kurzkettige Fettsäuren sind der Supertreibstoff für einen entzündeten Darm. Sie stärken die Darmbarriere und unterstützen eine gesunde Immunreaktion.
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Man kann sich einmal weit aus dem Fenster lehnen und behaupten: So gut wie alle sich westlich ernährenden Menschen haben Darmentzündungen. Manche ganz leicht, andere sicher deutlich schwerer.
Dazu muss man auch wissen, dass viele Menschen, vor allem Europäer, anfällig sind für Darmentzündungen. Man hat auch schon dafür verantwortliche Genregionen entdeckt, die sich – englisch – IBD nennen, Inflammatory Bowel Disease. Genetiker haben diese Genregionen also nach der Krankheit benannt.
Warum diese Genvarianten, die man unter IBD zusammenfasst, besonders häufig bei Europäern vorkommen, weiss man nicht. Jedenfalls gibt es bei uns einige Gene, die dafür sorgen, dass wir eher mal entzünden, speziell im Darm. Die Forschung hat so eine Genvariante soeben wieder entdeckt.
Dabei handelt es sich um eine sogenannte Loss-of-function-Mutation – das betroffene Gen heisst PTPN2. Trägt man diese Mutation (Genvariante), arbeitet das daraus gebildete Protein nicht mehr richtig (daher loss of function). Dummerweise sorgt das dafür, dass der Darm löchriger wird – das wiederum begünstigt Darmentzündungen.
Nicht abwinken: Ein Viertel der europäischen Population trägt dieses Gen einmal. Da man Gene bzw. Genvarianten ja aber doppelt, sprich von Mama und Papa erbt, haben wir zwei Ausführungen davon. In etwas mehr als 2 % der Population findet sich die Mutation doppelt.
Was wir damit sagen wollen: Man muss ein bisschen was tun... so gegen Entzündungen im Darm. Abhilfe war lange Zeit gleichermassen bekannt. Der Mensch fermentiert schon seit Ewigkeiten Essen. Eingelegte Gurken, Brottrunk, fermentierte Milchprodukte und vieles mehr. All diese Produkte haben gemein, dass Säure entsteht, oft die Milchsäure, da Milchsäurebakterien am Werk waren.
Auch Alkohol, z. B. Bier oder Wein, ist das Produkt einer Fermentation durch Mikroorganismen. Wird Ethanol produziert, sind ganz häufig auch Essigsäurebakterien nicht weit. Die produzieren die Essigsäure, eine kurzkettige Fettsäure. Das wiederum kennt man aus dem Haushalt. Essig ist im Prinzip eine verdünnte Essigsäure-Lösung.
Die letzten Jahre hat man zunehmend entdeckt, dass der Mensch bzw. der Darm unbedingt angewiesen ist auf eine gute Versorgung mit diesen Stoffen, die durch Fermentation entstehen. Die Bakterien, Hefen, Pilze und Co., die bei uns im Dickdarm leben, produzieren uns das bei guter Ernährung aus Ballaststoffen und Co.
Entzündungen des Darms entstehen aber ganz häufig weiter vorne, nämlich im Dünndarm. Dort treffen noch nicht allzu gut verdaute Nahrungsbestandteile auf die Dünndarmschleimhaut, die sich dann bei genetischer Anfälligkeit gerne und schnell mal entzündet. Zeitgleich aber gibt es dort in der Regel sehr wenig Fermentation durch Mikroorganismen.
Hier kommen Essig, Brottrunk und Co. ins Spiel. Man kann Säuren trinken bzw. oral zuführen. Vor allem die Milchsäure, zum Beispiel in Form von Kefir. Mittlerweile kann man kurzkettige Fettsäuren in Form von Propionat (Propansäure) sogar als Ergänzungsmittel kaufen – sehr fraglich! In jedem Fall solltest du unbedingt Säure- und Mikroorganismus-Quellen in der Nahrung haben. Mehr, viel mehr!
Denn durch orale Zufuhr passiert im Dünndarm, aber auch im gesamten Körper, Wunderbares. Mittlerweile gibt es diesbezüglich eine gute Fülle an Studien, so schreibt eine zum Beispiel, dass Milchsäure (Laktat):
Der Wirkmechanismus dabei ist durchaus komplex:
«Die molekularen Mechanismen, die für diese Funktionen verantwortlich sind, einschliesslich der Histon-Deacetylase-abhängigen Modulation der Genexpression und der Signalübertragung durch G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, wurden bereits beschrieben.»
Wie dem auch sei. Anbei haben wir noch eine kleine Liste mit Lebensmitteln, die dir sofort Mikroorganismen und Säuren schenken: