
Vitamine
Vitamin D: Eine Zusammenfassung für dich
Vitamin D ist nicht bloss ein Vitamin, sondern ein Hormon, das über 1'000 Gene reguliert – besonders wichtig für das Immunsystem. Im Winter braucht es in der Schweiz zuverlässige Supplementierung.

Vitamine
Vitamin D ist nicht bloss ein Vitamin, sondern ein Hormon, das über 1'000 Gene reguliert – besonders wichtig für das Immunsystem. Im Winter braucht es in der Schweiz zuverlässige Supplementierung.
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Jedes Jahr aufs Neue weisen wir darauf hin, dass eine gute Vitamin-D-Versorgung ab sofort, also ab Herbst, nur noch durch Supplementierung gewährleistet ist. Das sollte schlicht jeder auf dem Schirm haben, der seine Gesundheit bzw. die Gesunderhaltung schätzt.
Der Grund ist ganz simpel:
Da braucht's nicht mehr Gründe, oder? Und trotzdem gibt es jedes Jahr aufs Neue Artikel in der «Fachpresse», die uns das Gegenteil erzählen wollen. So zum Beispiel die Journalistin (!) Filipa Lessing von ZEIT ONLINE, die freilich weiss, dass «die meisten trotzdem keinen Mangel» haben – daher der kluge Ratschlag: «Im Zweifel besser nichts einschmeissen».
Zum Glück schreibt die Redaktion, dass «einige der zitierten Studien nicht ausreichend eingeordnet oder fehlerhaft interpretiert» und entsprechend korrigiert wurden. Der Tenor bleibt dennoch gleich. Unverständlich, vor dem Hintergrund, dass Vitamin D vielleicht das sicherste Vitamin überhaupt ist – denn im Sommer produziert der Körper Mengen davon, die die meisten von uns mit der banalen Hausapotheken-Dosierung doch sowieso nie zu sich nehmen würden.
Wir, besser: die Journalisten, laufen einmal mehr am Leben vorbei – denn zeitgleich publiziert die medizinische Wissenschaft auf Basis von Messungen und Kalkulationen munter weiter und veröffentlicht doch allen Ernstes in besten, sogar echten Fachzeitschriften (wie Nature) eine Zusammenfassung von Ergebnissen vieler Goldstandard-Studien, mit dem Resultat:
«Um eine ausreichende Vitamin-D-Konzentration (75 nmol/L) im Blut zu erreichen, liegt die empfohlene Vitamin-D-Zufuhr bei 1'340 und 2'250 IE/Tag für Kinder und Schwangere, und bei 2'519 und 797 IE/Tag für europäische Erwachsene im Alter von 18–64 und 65–85 Jahren (…)»
Die empfehlen also direkt 75 nmol/L – nicht wie die zuständigen Behörden beispielsweise die 50. Und hier steht schwarz auf weiss etwas, wovon man bei uns in den Medien nirgends lesen wird: Erwachsene brauchen schon mal über 2'000 IE Vitamin D pro Tag. Eine «unerhörte» Menge, die von der zuständigen Bundesbehörde gar als «gefährlich» und «für die Allgemeinbevölkerung unnötig» bewertet wird.
Hier zeigt sich abermals die riesige Diskrepanz, man möchte sagen, die kognitive Dissonanz. Denn selbst den zuständigen Behörden sollte klar sein, dass im Winter quasi jeder einen Vitamin-D-Mangel hat und dass normale Spiegel (50 nmol/L = 20 ng/ml), besser: optimale Spiegel (75 nmol/L = 30 ng/ml), nur mit Mengen deutlich über den hierzulande «erlaubten» 800 IE täglich zu erreichen sind.
Das bringt uns zu einem ganz anderen Punkt, zu einem gesellschaftlichen Aspekt. In der Schweiz wie überall zeigt sich eine chronische Sonnenlicht-Unterversorgung während der dunklen Monate. Die Skandinavier haben immerhin ihren Vitamin-D-reichen Fisch – was haben wir in der Schweiz für eine natürliche Vitamin-D-Quelle?
Wie dem auch sei: Die bekannte Dr. Rhonda Patrick hat schon 2014 und 2015 zusammen mit dem wohl bekanntesten Biochemiker unserer Zeit, Bruce Ames, zwei Fachartikel publiziert, die aufzeigen, dass Calcitriol (aktives Vitamin D) das Serotonin-bildende Enzym TPH2 im Gehirn aktiviert. Genug Vitamin D im Körper heisst damit, genug Serotonin im Gehirn. Kurz zur Erinnerung: Serotonin ist der Neurotransmitter, den man «Glückshormon» nennt und der im Winter ein bisschen fehlt.
So schliesst sich der Kreis.