
Vitamine
Vitamin D: Eine Zusammenfassung für dich
Warum eine gute Vitamin-D-Versorgung ab Herbst essentiell ist und wie Sie die richtigen Werte erreichen – eine wissenschaftliche Übersicht.

Vitamine
Warum eine gute Vitamin-D-Versorgung ab Herbst essentiell ist und wie Sie die richtigen Werte erreichen – eine wissenschaftliche Übersicht.
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Jedes Jahr aufs Neue weisen wir darauf hin, dass eine gute Vitamin-D-Versorgung ab sofort, also ab Herbst, nur noch durch Supplementierung gewährleistet ist. Das sollte schlicht jeder auf dem Schirm haben, der seine Gesundheit bzw. die Gesunderhaltung schätzt.
Der Grund ist ganz simpel:
Aus Vitamin D macht der Körper ein Hormon namens Calcitriol. Ein Hormon. Wie Testosteron und so. Calcitriol reguliert rund 1'000 Gene, unzählige davon spielen beispielsweise eine tragende Rolle im Immunsystem. Was viele zum Beispiel nicht wissen, ist, dass Zellen des Immunsystems – wie Makrophagen –, die eine bakterielle Infektion erkennen, das zirkulierende Vitamin D in Calcitriol umwandeln. Das so produzierte Calcitriol sorgt dann für die Bildung antibakterieller Proteine, z. B. Cathelicidin. Einfache Biochemie.
Eine wichtige Studie zeigt, dass 80 % der Bevölkerung in Deutschland im Winter nicht normal mit Vitamin D versorgt sind – ein Bild, das sich vermutlich auch in der Schweiz zeigt. Wohlgemerkt sprechen wir von Werten ab 50 nmol/L, also 20 ng/ml. Als optimal gelten Werte ab 75 nmol/L, was sich auch deckt mit der Empfehlung der Endocrine Society (und einigen anderen Fachgesellschaften). Das erreichen folglich noch weniger.
Da braucht's nicht mehr Gründe, oder? Und trotzdem gibt es jedes Jahr aufs Neue Artikel in der «Fachpresse», die uns das Gegenteil erzählen wollen. Manchmal wird berichtet, dass «die meisten trotzdem keinen Mangel» haben – daher der kluge Ratschlag: «Im Zweifel besser nichts einnehmen».
Zum Glück werden inzwischen vermehrt Fehler korrigiert, da aufgezeigt wird, dass «einige der zitierten Studien nicht ausreichend eingeordnet oder fehlerhaft interpretiert» wurden. Der Tenor bleibt dennoch gleich. Unverständlich, vor dem Hintergrund, dass Vitamin D vielleicht das sicherste Vitamin überhaupt ist – denn im Sommer produziert der Körper Mengen davon, die die meisten von uns mit der banalen Hausapotheken-Dosis doch sowieso nie zu sich nehmen würden.
Die medizinische Wissenschaft publiziert auf Basis von Messungen und Kalkulationen munter weiter und veröffentlicht in besten, sogar echten Fachzeitschriften (wie Nature) eine Zusammenfassung von Ergebnissen vieler Goldstandard-Studien, mit dem Resultat:
«Um eine ausreichende Vitamin-D-Konzentration (75 nmol/L) im Blut zu erreichen, liegt die empfohlene Vitamin-D-Zufuhr bei 1'340 und 2'250 IE/Tag für Kinder und Schwangere, und bei 2'519 und 797 IE/Tag für europäische Erwachsene im Alter von 18–64 und 65–85 Jahren (…)»
Die empfehlen also direkt 75 nmol/L – nicht wie einige Behörden beispielsweise die 50. Und hier steht schwarz auf weiss etwas, das in manchen Medien übersehen wird: Erwachsene brauchen schon mal über 2'000 IE Vitamin D pro Tag. Eine «unerhörte» Menge, die von manchen Behörden gar als «gefährlich» und «für die Allgemeinbevölkerung unnötig» bewertet wird.
Hier zeigt sich abermals eine riesige Diskrepanz, man möchte sagen, eine kognitive Dissonanz. Denn selbst den zuständigen Behörden sollte klar sein, dass im Winter quasi jeder einen Vitamin-D-Mangel hat und dass normale Spiegel (50 nmol/L = 20 ng/ml), besser: optimale Spiegel (75 nmol/L = 30 ng/ml), nur mit Mengen deutlich über den «erlaubten» 800 IE täglich zu erreichen sind.
Das bringt uns zu einem ganz anderen Punkt, zu einem gesellschaftlichen Aspekt. Wieso gibt es in manchen Kulturen eine vermeintliche Ängstlichkeit? Ist das vielleicht dem chronischen Vitamin-D-Mangel geschuldet? Dem tiefsten, schlimmsten Winter Blues in den dunklen Monaten? Die Skandinavier haben immerhin ihren Vitamin-D-reichen Fisch – was haben Bewohnerinnen und Bewohner nördlicherer Länder für eine natürliche Vitamin-D-Quelle?
Wie dem auch sei: Die bekannte Dr. Rhonda Patrick hat schon 2014 und 2015 zusammen mit Bruce Ames, einem der bekanntesten Biochemiker unserer Zeit, zwei Fachartikel publiziert, die aufzeigen, dass Calcitriol (aktives Vitamin D) das Serotonin-bildende Enzym TPH2 im Gehirn aktiviert. Genug Vitamin D im Körper heisst damit, genug Serotonin im Gehirn. Kurz zur Erinnerung: Serotonin ist der Neurotransmitter, den man «Glückshormon» nennt und der im Winter etwas fehlt.
So schliesst sich der Kreis.