
Vitamine
Was passiert eigentlich bei Vitamin-D-Mangel
Vitamin-D-Mangel ist weit verbreitet und könnte unsere Alterung beschleunigen. Erfahre, wie Vitamin D deine Zellgesundheit und Langlebigkeit schützt.

Vitamine
Vitamin-D-Mangel ist weit verbreitet und könnte unsere Alterung beschleunigen. Erfahre, wie Vitamin D deine Zellgesundheit und Langlebigkeit schützt.
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«Winter is coming», eine bekannte Aussage aus Game of Thrones. Der eine oder andere wird's kennen. «Der Winter naht», ist auch in der Serie nicht allzu positiv besetzt. Auch vielen von uns wird mehr oder weniger der Schauer über den Rücken laufen, wenn er an die dunkle Jahreszeit denkt: «Oh je, wie soll ich das wieder überstehen?»
Ein wichtiger Grund ist der hiesige Vitamin-D-Mangel. Neben dem Mangel an Sonnenstrahlung vielleicht ein Hauptgrund, warum viele von uns müde, erschöpft, lethargisch und ein bisschen depressiv durch den Winter schlittern. Auch in der Schweiz ist Vitamin-D-Mangel weit verbreitet – wie in anderen nördlichen Ländern erreichen nur wenige Menschen im Spätjahr einen ausreichenden Vitamin-D-Spiegel. Heisst, tatsächlich dürften vielleicht die meisten von uns nicht gut mit Vitamin D versorgt sein im Spätjahr.
Auch die UVB-Strahlung reicht spätestens ab Oktober nicht mehr aus, um überhaupt Vitamin D in der Haut zu bilden. Die einzige gute Vitamin-D-Quelle in der Nahrung ist Fisch, nämlich Wildlachs. Aber wer isst schon täglich 100–200 g Wildlachs? Unsere Vorfahren vielleicht, heute etwas unpraktisch. Drum gibt es jedes Jahr aufs Neue die Erinnerung von uns: Hallo, ab Herbst bis April, Mai, musst du Vitamin D einnehmen, und zwar am besten täglich. Wer das nicht tut ... ja, gut, der ist selbst schuld.
Was bei Vitamin-D-Mangel im Körper passiert, kann man bei uns im Blog (oder in unserem Buch) seitenlang nachlesen. Relativ frisch und elegant ist jedoch eine andere Antwort auf die Frage, was Vitamin-D-Mangel im Körper macht, nämlich:
Vitamin-D-Mangel beschleunigt Alterung und altersbedingte Krankheiten
Oha! Jetzt hören wir hin, nicht wahr? Das würde nämlich bedeuten, dass auch wir in der Schweiz jahrzentelang – mindestens halbjährlich – mit einem Vitamin-D-Mangel unsere Alterung beschleunigt haben.
Diese nette Studienzusammenfassung wurde im recht renommierten Journal of Physiology publiziert – und zwar nicht von irgendwem, sondern vom britischen Biologen Sir Michael J. Berridge, der vor vielen Jahrzehnten einen der wichtigsten intrazellulären Botenstoffe (‹Inositoltrisphosphat›) entdeckt hat und als Pionier auf dem Gebiet der Zellkommunikation galt. Leider vor kurzem im Alter von 82 Jahren verstorben.
In seiner Arbeit liest man folgende Sätze:
Autophagie ist die Müllabfuhr unserer Zellen. Ohne zelluläre Müllabfuhr altern unsere Zellen schneller.
Vitamin D reguliert das Immunsystem. Manche Teile werden verstärkt. Andere, vor allem im Bereich Autoimmunität und chronische Entzündung, werden gehemmt durch Vitamin D.
Mitochondriale Dysfunktion ist die Fehlfunktion der Kraftwerke unserer Zellen. Die produzieren sprichwörtlich unsere Lebensenergie. Vitamin-D-Mangel macht Mitochondrien krank.
SIRT1 gilt als wichtiges ‹Langlebigkeitsprotein› in unseren Zellen. Alles, was uns gesund hält, läuft über dieses Protein. Vitamin D scheint es positiv zu regulieren.
Wenn unsere Zellen krank und alt werden, produzieren sie mehr Radikale, also oxidativen Stress, der wiederum Zellkomponenten schädigt. Vitamin D hemmt dies, indem es zwei wichtige Gene hochreguliert, die zelleigene Antioxidantien entstehen lassen.
Glutathionperoxidase ist ein wichtiges zelluläres Antioxidans. Vitamin D steigert die Bildung.
Vitamin D hemmt offenbar den kognitiven Verfall, den man im Alter beobachtet. Was will man mehr?
Vitamin D hat also auch viel mit der Funktion unserer Mitochondrien zu tun. Wenn der Körper nicht genug Vitamin D bekommt, wird er das, was im Fettgewebe gespeichert sein soll, freisetzen wollen. Er erhöht natürlicherweise die Fettmobilisation – und das geht hauptsächlich dadurch, dass er vermehrt Stresshormone ausschüttet. Zeitgleich funktionieren unsere Mitochondrien bei einem Vitamin-D-Mangel aber nicht mehr ordentlich. Die Folge ist, dass wir uns sehr erschöpft fühlen. Und genau so gehen viele Menschen durch den Winter.
Immer wieder kommt die Frage (warum eigentlich??), wie viel Vitamin D man einnehmen sollte. Die meisten von uns erreichen gute Spiegel bei 1000–5000 IE pro Tag. Mehr dazu in diesem Artikel.