
Ernährung
Low carb reicht nicht
Ernährungsprinzipien allein reichen nicht aus, um gesund zu sein. Eine Low-Carb-Diät kann sogar problematisch werden, wenn du dabei Umweltgifte und andere weiche Faktoren ignorierst.

Ernährung
Ernährungsprinzipien allein reichen nicht aus, um gesund zu sein. Eine Low-Carb-Diät kann sogar problematisch werden, wenn du dabei Umweltgifte und andere weiche Faktoren ignorierst.
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Prinzipien-Wissen alleine reicht leider nicht, um gesund zu sein und zu bleiben.
Mal ein Beispiel. «Iss keine (‹leeren›) Kohlenhydrate mehr», wäre so ein Prinzip. Klingt gut und einfach. In der Praxis sieht es dann manchmal so aus, dass der extrem fette Peter oder die extrem übergewichtige Petra, die sehr viel Energie im Blut schwimmen haben, mit Low carb gut abnehmen können. Mit der Zeit aber kristallisiert sich für viele ein Problem raus. Wir sind keine Jäger und Sammler mehr, die genetisch dazu in der Lage waren, besser Glukose zu sparen.
Man findet in uns viele neuzeitliche Anpassungen an eine kohlenhydratreichere Kost. Ein Beispiel dafür könnte eine Genvariante von CLTCL1 sein, die sich gehäuft bei Farmern vs. Jägern und Sammlern findet lässt. Das wiederum sorgt dafür, dass viele mit der Zeit grosse Probleme bekommen, wenn sie auf Biegen und Brechen «im Fettstoffwechsel» (bei Low carb) funktionieren wollen.
Dass wir modernen Schweizerinnen und Schweizer mittlerweile besser an «mehr Kohlenhydrate in der Nahrung» angepasst sind, sieht man auch daran, dass Menschen mit «archaischen Genen» (z. B. Aborigines), eine extrem viel höhere Diabetes-Rate haben, wenn sie in moderne Städte kommen. Deren Körper spart Glukose sehr viel stärker als der Körper eines modernen Schweizers und kommt entsprechend kaum mit einer etwas höheren glykämischen Last klar.
Wohlgemerkt: Auch wir plädieren für «glutenfrei» (weil Gliadin hoch-immunogen ist) – ohne Brot, Teigwaren usw. landet man ohnehin in niedrigeren, richtigen Carb-Bereichen. Die Diskussion um das Thema ist daher überflüssig.
Doch darauf wollten wir in der Mail gar nicht raus.
Heutzutage musst du ein bisschen dein Gehirn anstrengen. Das liegt aber nicht an edubily, sondern beispielsweise an der Tatsache, dass unsere Umwelt heutzutage quasi immer schädlich für uns ist. Wir müssen Umwege und Extrameter gehen, um gesund zu bleiben. Daher lautet unser Motto: «Hilfe zur Selbsthilfe». Wir wollen dir beispielsweise die Info mitgeben:
Dein Farmlachs ist massiv verseucht. Selbst den besten Sockeye-Wildlachs solltest du nur selten essen und Thon am besten gar nicht.
Das tut uns auch im Herzen weh. Thon war lange Zeit meine (Chris) Leibspeise. Dann haben wir mit einem der grössten Labors in der Schweiz zusammengearbeitet, um Haarmineralanalysen anbieten zu können. Selbst getestet, natürlich. Dann ruft die Chefin persönlich an und teilt «besorgt» mit, dass die Haarmineralanalyse von mir massiv mit Quecksilber belastet sei. Damals hat man den Ernst der Lage kaum realisiert. Heute verstehe ich, wie gravierend sowas die eigene Gesundheit beeinflusst.
Hier knüpft das Problem «Prinzipien-Wissen» an: Wenn du nun also gedankenlos dem Prinzip «Streich leere Kohlenhydrate!» folgst und dann einfach isst, was keine Kohlenhydrate enthält, dazu gehört bekanntermaßen auch der eiweiss-, Omega-3- und mikronährstoffreiche Seefisch, hast du vielleicht bald sehr viel grössere Probleme an der Backe als zuvor.
Denn Umweltgifte, angereichert im Fisch, machen beispielsweise die Glukose-Toleranz und damit die Insulinsensitivität kaputt, wirken immunosuppressiv (= unterdrücktes Immunsystem) oder bescheren dir eine Depression oder eine massive Lethargie. Das sind dann die Menschen, «die alles richtig machen» und trotzdem... nicht gesünder werden. Ja, das sind in gewisser Weise «Verklausulierungen», es wird komplizierter – aber mit denen musst du dich heutzutage leider auseinandersetzen.
Schon vor 20 Jahren wurde in Fachmagazinen über das Problem berichtet, mit denen sich Inuit im Speziellen – weil sie sich quasi nur von Meeresfrüchten ernährten – auseinandersetzen mussten:
Die Ureinwohner, die sich hauptsächlich von Meerestieren (Walen, Eisbären, Fischen und Robben) ernähren, ernähren sich von einem giftigen Chemikaliencocktail. Die meisten der Chemikalien, mit denen die Inuit jetzt zu kämpfen haben, sind synthetische Chlorverbindungen, und einige von ihnen sind unglaublich giftig. So kann beispielsweise ein Millionstel Gramm Dioxin ein Meerschweinchen töten.
«Wenn wir unsere Babys an die Brust legen, füttern wir sie mit einem schädlichen Giftcocktail», sagt Sheila Watt-Cloutier, eine Grossmutter, die auch Präsidentin der Inuit Circumpolar Conference ICC ist. «Wenn Frauen zweimal darüber nachdenken müssen, ob sie ihre Babys stillen, dann muss das ein Weckruf für die Welt sein.»
Bis heute hat sich daran kaum etwas geändert. Und das im hohen, abgelegenen Norden. Wie sieht es wohl in der Nordsee aus?
Heisst für dich: Du musst dich um Faktoren in deinem Essen kümmern, die sich eben nicht mit einem einfachen Prinzip «erkennen» lassen. Kohlenhydrate zu streichen, reicht nicht. Sich «wie ein Steinzeit-Mensch» ernähren zu wollen, reicht nicht. Gar keine Tiere mehr essen zu wollen, reicht sowieso nicht. Du musst die weichen, nicht so offensichtlichen Faktoren berücksichtigen, wenn du gesund bleiben willst.
Wie so eine bessere Ernährungsplanung aussehen könnte, hatten wir in unserer Broschüre Stoffwechsel verstehen dargelegt. Die gedruckte Broschüre gibt es derzeit bei jeder Bestellung in unserem Shop gratis dazu. Das Produkt liegt bereits im Warenkorb.
Alternativ hier gratis als Ebook oder Hörbuch:
Wichtig: Bitte als Richtlinie, als Denkanstoß verstehen.